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Urheberrecht (Bearbeitung)

Begriff und Bedeutung

Der Urheber kann selbst bestimmen, ob er sein Werk bearbeiten oder umgestalten will und ob das bearbeitende oder umgestaltete Werk veröffentlicht oder verwertet werden darf.

Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden (§ 23 UrhG@).

Die Bearbeitung eines Werkes erfordert eine Veränderung des Werkes. Nicht jede Veränderung des Werks führt zu einer Bearbeitung (BGH, 16. Mai 2013 - I ZR 28/12, Tz. 37, Beuys-Aktion).

Für eine Bearbeitung oder sonstige Umgestaltung ist eine wesentliche Veränderung des Werkes erforderlich. In einer nur unwesentlichen Veränderung einer benutzten Vorlage ist nicht mehr als eine Vervielfältigung zu sehen (BGH aaO, Leitsatz). Die Bearbeitung ist eine Sonderform der Vervielfältigung (BGH, 28. Juli 2016 - I ZR 9/15, Tz. 17).

Bei der Bearbeitung eines Werkes wird

  • der Gesamteindruck des Werks wesentlich verändert, aber

  • die charakteristischen Zügen des Originals bleiben erhalten und stehen weiterhin im Vordergrund.

Die Veränderung eines Werkes erfolgt in Anlehnung an das Original. Die Wiedererkennung der Vorlage in dem bearbeiteten Werk ist vom Bearbeiter gewollt, trotz Änderung des Gesamteindrucks.

Zum Gesamteindruck des Werkes gehören die konkrete Form des geschaffenen Werkes.

Beispiele: Durch Übersetzung und Verfilmung eines Schriftwerkes wird der Gesamteindruck des Schriftwerkes verändert (neue wahrnehmbare Form des Werkes). Übersetzung und Verfilmung erfolgen in Anlehnung an das Original. Sie sind Bearbeitungen, da trotz Veränderung des Gesamteindrucks die Wesenszüge des Schriftwerks im Vordergrund bleiben.

Das Bearbeitungs- und Umgestaltungsrecht des Urhebers ist ein Verwertungsrecht. Die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes nach § 23 UrhG@ steht zwar nicht in der Auflistung der Verwertungsrechte des § 15 UrhG@, aber unter dem gleichen Abschnitt „Verwertungsrechte“, wie § 15 UrhG@.

Bearbeitungen eines Werkes, die persönliche geistige Schöpfungen des Bearbeiters sind, werden wie selbständige Werke geschützt (vgl. § 3 UrhG@). Dies ist der Fall, wenn das neue Geschaffene so verändert worden ist, dass es als eine persönliche geistige Schöpfung des Bearbeiters anzusehen ist.

Wird ein neues Werk durch den Bearbeiter geschaffen, dann wird der Bearbeiter des Werkes zum Urheber des erstellten Werkes (§ 3 UrhG@). Die Rechte des Urhebers am bearbeiteten Werk (Vorlage) bleiben erhalten (siehe Werk durch Bearbeitung).

Für die Veröffentlichung des neu geschaffenen Werks ist die Zustimmung des Urhebers des Originals erforderlich (§ 23 UrhG@), d.h. zum Zeitpunkt des Beginns der Bearbeitung eines Werks ist ein Zustimmung des Urhebers noch nicht erforderlich.

Dies gilt nicht für die Änderung

  • eines Werkes der bildenden Künste oder

  • dem Nachbau eines Werkes der Baukunst (siehe Inhaltsübersicht, dort 12. Nachbau )

  • der Verfilmung eines Schriftwerkes.

In diesen o.g. Fällen bedarf bereits der Beginn der Bearbeitung der Einwilligung des Urhebers (vgl. § 23 UrhG@).

Von der Bearbeitung eine Werkes ist die freie Benutzung eines Werkes zu unterscheiden (siehe freie Benutzung).

Inhaltsübersicht..   (jura-basic)


Hinweise

Dokument-Nr. 000637, Fachgebiet: Urheberrecht

Autor, siehe Impressum

jura-basic Verlag, siehe [www.jurabasic24.de]


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Seite aktualisiert: 16.09.2016, Copyright 2017